Lesen oder nicht lesen, das ist hier die Frage

Hallo allerseits, fühlt euch gegrüßt! Herzlich willkommen zu meinem ersten Blogeintrag. Ich bin gerade dabei meine Unschuld zu verlieren, aufregend oder?

Wie du wahrscheinlich bereits weißt, werde ich meine Reise erst in 4 Tagen, von diesem Post an, starten, du solltest also noch keine verrückten Geschichten erwarten. Noch nicht. Stattdessen will ich in diesem Beitrag 3 entscheidende Fragen beantworten. Verzeiht mir den vielen Text – zukünftig wird das Ganze definitiv ein weniger übersichtlicher 😉

  1. Was solltest du von meinem Blog erwarten?
  2. Warum solltest du meinen Blog überhaupt lesen?
  3. Warum mache ich diese Reise eigentlich?

Okey, beginnen wir mit der ersten Frage.

Garnicht so leicht zu sagen, in welche Richtung sich dieser Blog entwickeln wird. Ich meine es ist immerhin mein Erster und die Art auf die ich reisen werde ist doch relativ spontan, um das mal so auszudrücken. Ich kann euch jedoch genau sagen, was ihr nicht zu erwarten habt. Ich habe im Vorfeld viele bekannte Reiseblogs gelesen, um eine Idee davon zu bekommen, was die Leute so lesen wollen. Dabei hab ich keine Seite gefunden, bei der ich mir dachte “Man, ist das geil – diesen Blog werde ich definitiv weiter verfolgen”. Was für ein eingebildetes Arschloch, oder? Naja nicht ganz. Ein paar Sachen haben mich einfach zu oft gestört. Zuerst mal, ich lese nicht gern. Du scheinbar schon, glücklicherweise. Weiterhin hasse ich das Gefühl, wenn “der Blogger irgendwie versucht so viel Geld wie möglich mit seiner Reise zu machenl”. Oft werben die Blogger für bestimmte Produkte, wie den besten Reise-Rucksack oder das perfekte Aftershave für unterwegs (ernsthaft?). In jeder Ecke blinken Werbelinks, die direkt zu diversen Ebooks führen. Bücher die erklären, wie man so günstig wie möglich durch die Welt reisen kann, wie man in diversen Ländern umsonst übernachten kann, oder auch wie man am erfolgreichsten trampt. Kommt schon.. ihr stellt euch an die verdammte Straße, versucht nicht wie ein Psychopat zu wirken und halten den Daumen raus.

Ein anderes Phänomen, dem ich häufig begegnet bin, ist diese “Mein Trip den ich hier gerade mache ist das aller geilste und beste und jeder sollte eigentlich gerade genau das gleiche tun” Stimmung, die häufig beim Lesen mitgeschwungen ist. Für lange Zeit zu reisen bedeutet jedoch etwas Anderes. Generell ist nichts im Leben immer nur unglaublich toll und einfach. Warum sollte also Reisen genau dies sein? Mal ehrlich, würde dann nicht jeder nur noch Reisen? Keine Ahnung warum so viele Leute diese Meinung haben.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich verachte diese Blogs, von denen ich gerade geredet habe, nicht und denke deren Existenz ist auch absolut begründet. Was ich sagen will ist, dass falls ihr einen derartigen Blog erwartet, falls ihr Bilder von köstlichem Essen samt Restaurant Empfehlung oder Bilder von mir halbnackt am Strand, während ich mich mit Pina Colada zuschütte, erwartet, tut euch selbst einen Gefallen und verfolgt meinen Blog nicht weiter. Er wird euch nicht glücklich machen. Schaut gern mal auf meiner Instagram Seite vorbei – das wird der Ort für derartige Bilder sein. Falls du jedoch Lust hast, dich auf einen anderen Ansatz einzulassen, bist du herzlich dazu eingeladen, die kommende Reise mit mir zu bestreiten.

Du hast folgendes zu erwarten: Ich werde meine Erfahrungen mit euch teilen und versuche dabei so neutral wie möglich zu bleiben. Es liegt an dir individuell, wie du darüber urteilst. Ich werde auch nicht versuchen, dich dazu zu bringen, deinen Job zu kündigen und dein momentanes Leben hinter dir zu lassen. Stattdessen will ich meine Leser, Dich, ermutigen, deine Träume zu verwirklichen, beziehungsweise zumindest versuchen dies zu tun. Für die meisten von euch wird das nichts mit Reisen zu tun haben und das ist auch mehr als in Ordnung. Für mich jedoch bedeutet es genau das und ich will den Weg und den Versuch meinen Traum zu erfüllen, mit euch Teilen. Den Traum von einer verdammten Strandbar in Südamerika 😉

Alsooooo, erwartet unzählige lustige Geschichten, Geschichten über interessante Menschen die mir auf meinem Weg begegnen werden, Geschichten über Großzügigkeit, über Ängste, Einsamkeit, Abenteuer, Gefahren, Möglichkeiten und natürlich die Liebe (erwartet jedoch kein zweites “Fifty Shades of Grey” – meine Mutter liest nämlich auch diesen Blog). Ich will sowohl die positiven, als auch negativen Seiten einer solchen Reise aufzeigen und dabei absolut ehrlich und authentisch bleiben. Ich hab mir bezüglich des Inhaltes dieses Blogs sehr hohe Ansprüche gesetzt und werde mein bestes tun, den Blog so interessant und unterhaltsam wie möglich zu gestalten. Neue Beiträge soll es übrigens 2 Mal pro Woche geben sofern dies mein Internet und meine Erlebnisse zulassen.

Ok, Frage 2.

Ich schätze ich hab auf diese Frage schon ein paar Antworten im vorherigen Abschnitt gegeben. Meiner Meinung nach ist der interessanteste Aspekt meines Vorhabens die Ungewissheit. Die meisten Menschen reisen für eine begrenzte Zeit, haben für diese genug Geld zur Verfügung, buchen Hostels und haben einen Reiseplan. Ich dagegen habe höchstens ein paar Ideen und das Vorhaben, mir zu einem gewissen Zeitpunkt ein neues Leben aufzubauen. In diesem Kontext bedeutet “Trampen nach Chile” lediglich ein vages Endziel. Es ist absolut möglich, dass ich meinen Trip beenden werde, bevor ich Chile erreiche. Zum Beispiel wegen einer tollen Gelegenheit, einer tollen Frau, oder auch einfach auf Grund von einem Bauchgefühl. Ach verdammt, es wäre sogar möglich dass ich mich auf meiner ersten Station in Budapest unsterblich verliebe, viele kleine Kinder mache und mich niederlasse. Gott, das wäre der langweiligste Reiseblog aller Zeiten. Aber keine Angst. Ich würde die Chancen dafür doch eher als sehr sehr sehr gering schätzen 😉 Ich mein wer will denn schon bitte Kinder mit mir machen?!

Und das lieber Leser, ist was mich antreibt. Die Ungewissheit. Ich habe garkeine Idee wo, oder was ich in 5 Jahren sein werde. Ich werde mehrere 100 Male an der Straße stehen, ohne zu wissen wohin mich mein nächster Lift bringt. Und ich werde noch nicht einmal wissen, wo ich an diesen Tagen schlafen werde. Die meisten Menschen würden dies wohl als sehr verängstigend empfinden. Für mich bedeutet dieses Gefühl jedoch Freiheit, oder zumindest das Gefühl, das Freiheit für mich am nähsten kam.

Also schnapp dir was Popcorn und stell dir vor, dieser Blog ist ist eine TV Sendungen wie beispielsweise Lost, die du dir aufgeregt anschaust, weil du unbedingt wissen willst wie es weiter geht. Ok, Lost war vielleicht ein schlechtes Beispiel, da das Ende extrem lutscht. Ich werde mein bestes geben, euch ein anderes Ende zu servieren. Sowohl wörtlich, als auch im übertragenen Sinne. 

Die meisten von euch werden wohl diesen Blog hier aus Neugierde lesen und das ist völlig in Ordnung. Aber wenn es auch nur ein paar Leser gibt, denen ich mit meinem Blog irgendwie helfen kann, ermutigen kann, an ihren Traum zu glauben, würde mich das unglaublich glücklich machen. Und ehrlich gesagt kann ich mir keinen besseren und wichtigeren Grund vorstellen einen Reiseblog zu schreiben.

Soo, fast fertig – Tor Nummer 3:

Ich werde mich hier etwas kürzer fassen. Versprochen. Ich will euch ja nicht schon gleich mit meinem ersten Eintrag verjagen. Nach meinem Uni Abschluss bin ich 14 Monate durch Australien, Neuseeland und Asien gereist. Ich hatte die Zeit meines Lebens – auf dieser Reise hab ich mich übrigens auch ins Trampen verliebt, nur so nebenbei. Als ich zurück in Deutschland war, hab ich versucht mich wieder in ein ‘normales Leben’ einzugliedern.

Wieder nicht falsch verstehen! Meine Zeit in Deutschland war toll. Ich hab meinen Job gemocht, war von Familie und Freunden umgeben und hatte unglaublich viel Spaß. Trotzdem hat mir seitdem irgendwas gefehlt. Könnte der “Travel Bug” sein, von dem man des öfteren mal im Internet liest, ich glaub bei mir ist es jedoch ein bisschen mehr. Wie auch immer! Ich bin mir sicher, dass es Zeit für mich ist abzuhauen, und auf die Suche zu gehen. Vielleicht bedeutet das eine Strandbar in Südamerika, vielleicht aber auch etwas völlig anderes.

Und momentan gibt es nur eine Sache, bei der ich mir 100% sicher bin. Wenn ich die Chance, die ich momentan habe, nicht ergreife, gerade jetzt, da Freunde und Familie das einzige sind, das mich in Deutschland hält, werde ich dies für den Rest meines Lebens bereuen. Ich meine was hab ich zu verlieren? Im schlimmsten Fall nehme ich mir einen Flieger zurück nach Deutschland. Im besten Fall werde ich den Rest meines Lebens irgendwo am Strand mit eigener Bar verbringen. Hört sich in meinen Augen nach einem fairen Deal an. Daher bin ich überzeugt, dass am kommenden Montag loszutrampen, die absolut richtige Entscheidung ist. Zumindest für momentan – wer weiß was mein ‘Zukunfts-Ich’ dazu sagen würde. Achja, apropo Zukunft. Die Zukunft hat für mich ihren Schrecken verloren und ich werde mir vornehmen, was immer ich will. Und ja, während ich diesen Satz schreibe fängt dieser Peter Gabriel Song an in meinem Kopf zu laufen. Danke Scrubs.

Ich hoffe, dass es dir Spaß machen wird, meinem Blog hier zu folgen und mich auf meiner Reise zu begleiten. Ich freue mich über jegliches Feedback! Sei es hier unter diesem Post als Kommentar, per Messenger oder einfach wie ganz ganz früher per Mail.

Am Wochenende wird es noch einen weiteren Beitrag geben, bevor ich dann endlich abhaue. Da viele Leute sich fragen, was ich denn genau so in mein neues Zuhause, genannt Backpack, einpacken werde, will ich das ganze etwas genauer erläutern. Hoffentlich bis dann!

Und falls nicht, drückt mir die Daumen 😉 Und schaut mal vorbei – sei es hier auf meinem Blog oder auch gerne ganz altmodisch im realen Leben. Spätestens natürlich in meiner Strandbar haha

 

Beste Grüße

Daniel